Instant Kimchi-Geotjeori

Gemüse. Salz. Und sehr viel Geduld. So beginnt normalerweise jede ernsthafte Unterhaltung über Kimchi. Denn traditionelles Kimchi braucht Zeit – Tage, manchmal Wochen, gelegentlich sogar ein kleines bisschen Demut gegenüber der Fermentation.

Viele Leser wünschen sich ein klassisches Kimchi-Rezept. Verständlich. Doch Hand aufs Herz: Wer wartet heute noch zwei Wochen, bis das Abendessen fertig ist? Eben. Deshalb gibt es heute eine Variante für die Gegenwart – ein Kimchi für Ungeduldige, Berufstätige und Menschen mit akutem Appetit.

Instant Kimchi. Schnell gemacht, sofort essbar und trotzdem erstaunlich nah am koreanischen Original.

Zutaten

  • 1 Eisbergsalat (alternativ Chinakohl, Spitzkohl oder Kopfsalat)
  • 1–2 Birnen oder Äpfel
  • 3–4 Lauchzwiebeln
  • 4–5 Knoblauchzehen
  • 1 kleines Stück Ingwer (ca. 10–15 g)
  • 2–3 TL Fischsauce
  • 1 TL Zucker
  • 1–2 EL Chilipulver (nach Geschmack)
  • 1 EL Salz zum Entziehen von Wasser
  • 1 TL Salz für die Sauce
  • optional: gerösteter Sesam

Zubereitung

Zuerst wird der Salat vorbereitet. Anders als beim berühmten fermentierten Kimchi beginnt hier alles überraschend unkompliziert: Der Eisbergsalat wird in mundgerechte Stücke gezupft, mit einem Esslöffel Salz vermischt und anschließend für etwa 15 bis 30 Minuten ruhen gelassen. In dieser Zeit verliert das Gemüse überschüssiges Wasser, bleibt später aber angenehm knackig.

Während der Salat entspannt, geht es ans Schneiden. Die Lauchzwiebeln werden fein geschnitten, Birne oder Apfel ebenfalls vorbereitet. Die Frucht ist dabei kein Zufall, sondern sorgt für Süße, Frische und eine leichte Fruchtigkeit, die Instant Kimchi seinen charakteristischen Geschmack gibt.

Nun entsteht die Sauce – das eigentliche Herzstück des Gerichts. Birne, Ingwer und Knoblauch wandern gemeinsam in den Mixer und werden zu einer aromatischen Paste püriert. Dazu kommen Fischsauce, Zucker, Chilipulver und ein Teelöffel Salz. Alles wird gründlich verrührt, bis eine würzige, leicht scharfe Kimchi-Basis entsteht.

Der inzwischen gezogene Salat wird kurz unter Wasser abgespült und gut abtropfen gelassen. Anschließend trifft alles zusammen: Salat, Lauchzwiebeln und Sauce werden sorgfältig vermischt, sodass jedes Blatt etwas von der würzigen Marinade abbekommt.

Kurz vor dem Servieren sorgt etwas gerösteter Sesam für nussiges Aroma und den letzten Schliff.

Fertig ist Instant Kimchi – ohne Wartezeit, ohne Fermentationsdrama, aber mit maximalem Geschmack.

Was ist eigentlich Kimchi?

Wenn man außerhalb Koreas das Wort „Kimchi“ hört, denken viele sofort an scharf eingelegten Kohl. Tatsächlich ist Kimchi jedoch keine einzelne Speise, sondern eine ganze kulinarische Familie.

Seit Jahrhunderten wird Kimchi in Korea hergestellt, ursprünglich aus einem sehr praktischen Grund: Gemüse sollte über den Winter haltbar bleiben. Daraus entwickelte sich eine beeindruckende Vielfalt. Kimchi gibt es aus Chinakohl, Rettich, Gurken und zahlreichen anderen Gemüsesorten.

Das bekannteste Mitglied dieser Familie ist das fermentierte Chinakohl-Kimchi, das viele kennen – intensiv, säuerlich und tief aromatisch. Daneben existiert jedoch eine zweite, oft unterschätzte Variante: frisches Kimchi, häufig als „Instant Kimchi“ bezeichnet.

Diese Version wird nicht wochenlang fermentiert, sondern direkt nach dem Würzen gegessen. Der Geschmack ist entsprechend anders: frischer, knackiger, saftiger und deutlich weniger sauer.

Und wichtig zu wissen: In Korea würde niemand behaupten, das eine sei „echtes“ Kimchi und das andere nicht. Beide gehören selbstverständlich dazu. Instant Kimchi ist schlicht eine andere Stilrichtung – besonders beliebt als Beilage zum Korean BBQ oder als schneller Frischekick auf dem Esstisch.

Manchmal braucht gutes Essen eben keine Geduld. Nur gutes Gemüse, etwas Chili – und die richtige Idee.

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