Hainan Hühnchenreis

Man könnte sagen: Heute kochen wir chinesisch. Man müsste dann aber sofort widersprechen. Denn dieses Gericht stammt zwar ursprünglich aus China, wurde aber erst durch chinesische Migranten in Malaysia, Singapur, Vietnam, Thailand oder Kambodscha zu dem, was es heute ist: ein kulinarischer Exportschlager mit Volksküchen-Status. 

Gekocht wird heute eine bodenständige Hausmannskost-Variante dieses Klassikers. 

Zutaten:

Für das Hähnchen und den Reis:

  • 400 g Hähnchenfleisch (Oberkeulensteak)
  • ca. 150 g Reis (z. B. Jasminreis)
  • 1 Lauchzwiebel
  • 2–3 Scheiben Ingwer
  • 1–2 EL Sojasauce
  • Sonnenblumenöl
  • optional: 1 EL Kochwein

Für Sauce und Reisbrühe:

  • 3–4 Lauchzwiebeln
  • 4–5 Knoblauchzehen
  • ca. 15 g Ingwer
  • 7–8 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Schuss Limettensaft
  • Salz
  • optional: 2 TL geröstetes Sesamöl, etwas Chili

Zubereitung:

Zunächst darf der Reis baden gehen: Er wird mindestens 15 Minuten in Wasser eingeweicht. Währenddessen kümmert man sich um das Hähnchen, das später nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Lieferant der aromatischen Brühe ist.

Das Hähnchenfleisch kommt in kaltes Wasser, dazu eine Lauchzwiebel, Ingwerscheiben, Sojasauce und – wenn gewünscht – ein Schuss Kochwein. Alles wird langsam zum Kochen gebracht. Sobald das Wasser kocht, reduziert man die Hitze und lässt das Fleisch etwa 15 Minuten sanft köcheln. Ziel ist Zartheit, nicht sportliche Leistung.

Während das Hähnchen vor sich hin simmert, werden Lauchzwiebeln, Ingwer und Knoblauch fein gehackt, gern mit maschineller Unterstützung. Sobald das Hähnchen gar ist, wird es aus der Brühe genommen und beiseitegelegt – die Flüssigkeit bleibt und spielt gleich noch eine wichtige Rolle.

Jetzt kommt der Reis an die Reihe. Das Einweichwasser wird abgegossen. In einem Topf erhitzt man etwas Öl und brät ein bis zwei Esslöffel der Lauchzwiebel-Ingwer-Knoblauch-Mischung an, bis es intensiv duftet. Dann kommt der Reis dazu, wird kurz mitangebraten und anschließend mit der Hähnchenbrühe aufgegossen, bis er knapp bedeckt ist. Sobald alles kocht, reduziert man die Hitze und lässt den Reis etwa zehn Minuten leise vor sich hinziehen. Danach wird die Hitze ausgeschaltet – Geduld ist auch eine Zutat.

Während der Reis ruht, entsteht die Sauce. Der restliche Lauchzwiebel-Ingwer-Knoblauch-Mix wird mit etwas Salz vermischt. Sonnenblumenöl wird stark erhitzt, bis es leicht zu rauchen beginnt, und dann vorsichtig über die Mischung gegossen. Es zischt, es duftet – genau so soll es sein. Anschließend kommen eine Prise Zucker, Limettensaft, Salz sowie optional Sesamöl und Chili dazu. Alles gut verrühren, fertig ist die Sauce.

Zum Schluss wird das Hähnchenfleisch in Streifen geschnitten. Serviert wird der aromatische Reis mit dem saftigen Hähnchen und großzügig Sauce darüber.

Fertig ist ein Gericht, das zeigt, wie weit man mit einfachen Mitteln kommen kann. Hainan Hühnchenreis: ein leiser Klassiker aus Südostasien. Oder, um es angemessen zu beschließen: màn màn chī – und guten Appetit.

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