Wolle aus Fleisch: Rousong

„Fleisch-Wolle“ oder „Fleisch-Zahnseide“ heißt eine der wohl unwöhnlichsten Kreationen der chinesischen Küche. Wo es herkommt, ist unklar. Es gibt aber eine Theorie.

Haarig und flauschig: Auf den ersten Blick sieht Rousong gar nicht aus wie etwas, das man essen könnte. Wer hat schon gerne Wolle im Mund? Und doch: Rousong schmeckt zwar ungewöhnlich, aber spannend, denn die geschmackliche Textur findet man in westlichen Ländern wohl bei keinem Gericht.

Hergestellt wird Rousong aus Schwein-, Rind- oder Hähnchenfleisch. Aber auch aus Fisch. Die Zubereitung braucht Grund: erst wird die gewünschte Grundzutat gekocht, dann sehr fein gerissen und anschließend langsam bei niedriger Temperatur angebraten. Dabei muss man pausenlos rühren, bis eine wollartige Struktur entsteht. Rousong ist also eine Fleißarbeit.

Ein Gericht, das aus einem Kochfehler entstanden sein soll

Die genaue Entstehungsgeschichte der Fleischwolle ist unklar. Die Grundlage für Rousong soll aber im mongolischen Militär liegen. Schon damals gab es eine Art Fleisch-Pulver, das die Mongolen bei ihren oft langen Feldzügen mitnahmen. Trocknen war schließlich ein Weg, Fleisch haltbar zu machen und so Nahrung immer dabei zu haben.

Die moderne Form, also Rousong, soll so entstanden sein: Ende des 19. Jahrhunderts soll ein Koch in Südchina Fleisch aus Versehen viel zu weich gekocht haben. Da Fleisch damals teuer war, wollte er es aber nicht wegwerfen. Also soll er das Fleisch als Notlösung mit Soja-Soße und Öl angebraten haben. Dabei entwickelte das Fleisch eine flauschige Struktur.

Von Fehler, der sich als Glücksfall entpuppte

Seine Gäste mochten die Notlösung des Kochs sehr und andere machten das Rezept nach. So entwickelte sich Rousong weiter. 1915 schaffte es das ungewöhnliche Gericht sogar bis zur Weltausstellung nach San Francisco und erhielt dort eine Anerkennungsmedaille. 

Heute ist Fleischwolle in vielen Ländern Südasiens oder Süd-Ost-Asiens beliebt. Man kauft es als Snack im Supermarkt. Außerdem eignet es sich als Zutat zum Beispiel zu fleischlosen Gerichten, über die man Rousong drüber streut. Oder für Fleischwolle-Liebhaber im Westen: man kann ihn auch als Brotbelag nutzen.

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